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Verbreitung und Lebensraum Bearbeiten

Der Wolf war bis zur Entwicklung von Land- und Weidewirtschaft das verbreitetste Raubtier der Erde. Er war in ganz Europa und Asien bis nach Nordafrika sowie in Nordamerika beheimatet. In weiten Teilen dieses einst riesigen Verbreitungsgebietes, besonders im westlichen Europa und in Nordamerika, wurde die Art durch menschliche Verfolgung ausgerottet. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Kanada, Sibirien, der Mongolei, und zu einem geringeren Grade dem Iran gibt es noch größere zusammenhängende Populationen. Ansonsten ist der Wolf heute nur in isolierten Beständen (manche umfassen weniger als 100 Tiere) anzutreffen.

Wölfe bewohnen eine Vielzahl von Habitaten. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit lässt sie in der arktischen Tundra ebenso leben wie in den Wüsten Nordamerikas und Zentralasiens. Die meisten Wölfe bewohnen Grasland und Wälder. Dass sie vor allem als Waldtiere bekannt wurden, liegt daran, dass der Mensch sie in großen Teilen des Verbreitungsgebietes frühzeitig aus offeneren Landschaften vertrieben hat.

Folgende Unterarten werden heute allgemein anerkannt:

Polarwolf (Canis lupus arctos)

◾ Timberwolf (Canis lupus lycaon)

◾ Arabischer Wolf (Canis lupus arabs)Arabischer Wolf (C. l. arabs); Saudi-Arabien, Jemen, Oman; sehr kleine Unterart, meist braun mit kurzem Fell; wird als Schädling verfolgt, vom Aussterben bedroht, rückläufig

◾ Ägyptischer Wolf (C. l. lupaster); Nordafrika; kleine, schlanke Unterart; Fell meist silbernes bis meliertes grau oder braun; sehr selten, vom Aussterben bedroht

◾ Buffalo Wolf (Canis l. nubilus); südliche Rocky Mountains, Mittlerer Westen, Ost- und Nordostkanada, südwestlichstes Kanada und Südost-Alaska; mittelgroß, meist grau, schwarz, gelbbraun oder rötlich; in Teilen Kanadas legal bejagt, stabil

◾ Eurasischer Wolf (C. l. lupus); Europa, Skandinavien, Russland, China, Mongolei, Himalaya; durchschnittlich groß, gewöhnlich kurzes, graubraunes Fell; die am weitesten verbreitete Unterart Europas und Asiens, geschätzte Zahl 100.000; in einigen Gebieten legal bejagt, in anderen geschützt, stabil

◾ Hokkaido-Wolf (C. l. hattai); japanische Insel Hokkaido; kleinere Unterart; 1889 aufgrund von Nachstellungen mit Gift ausgestorben

  • Honshu-Wolf (C. l. hodophilax); japanische Inseln Honshu, Shikoku und Kyushu; kleinste bekannte Unterart; 1905 durch Tollwut und menschliche Nachstellung ausgestorben

◾ Iberischer Wolf (C. l. signatus); Spanien und Nordportugal; mittelgroß; gewöhnlich graubraunes Fell mit einem charakteristischen Paar dunkler Markierungen an seinen vorderen Beinen und Weißmarkierungen auf den oberen Lippen; gering gefährdet, in Nordspanien teilweise bejagt, sonst geschützt, stabil

◾ Indischer Wolf (C. l. pallipes); Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien; sehr kleine Unterart; typischerweise gelbbraun, sandfarben oder rötlich mit sehr kurzem, dichten Fell; als Schädling verfolgt, stark gefährdet, rückläufig. Stellt möglicherweise eine eigenständige Art dar.

◾ Italienischer Wolf (C. l. italicus); Italienische Halbinsel; mittelgroß; Färbung variabel; stark gefährdet und geschützt

◾ Kanadischer Wolf (C. l. hudsonicus); seltener Hudson Bay Wolf oder Arktischer Wolf; westlich und nördlich der Hudson Bay, Kanada; mittelgroße Unterart; helles, gelblich-weißes Fell, im Winter fast weiß.

◾ Kaspischer Wolf (C. l. cubanensis); zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer; relativ klein; als Schädling verfolgt, stark gefährdet, rückläufig

◾ Mackenzie-Wolf (C. l. occidentalis); Alaska, nördliche Rocky Mountains, West- und Zentralkanada; sehr groß; meist schwarz oder ein gemischtes grau oder braun, allerdings ist das gesamte Farbspektrum vertreten; diese Unterart wurde 1995 im Yellowstone-Nationalpark und in Idaho wiedereingeführt; legal in Alaska, Idaho, Wyoming und Montana sowie Teilen Kanadas bejagt, sonst geschützt, stabil

◾ Mexikanischer Wolf (C. l. baileyi); Zentral-Mexiko, West-Texas, südliches Neu-Mexiko und Arizona; kleinere Unterart, meist gelbbraun oder rostfarben; seit 1998 in Arizona wieder eingeführt, die Zahl der wildlebenden Tiere beträgt 35–50; vom Aussterben bedroht und geschützt

◾ Polarwolf (C. lupus arctos); kanadische Arktis, Grönland; mittelgroß, weiß oder cremeweiß mit langem Fell; legal bejagt, stabil

  • Russischer Wolf (C. l. communis); Zentral-Russland; sehr groß; legal bejagt; stabil oder rückläufig

◾ Tibetischer Wolf (C. l. chanco); Aus dem Gebiet zwischen Transkaspien und dem Fernen Osten beschrieben, allerdings nicht monophyletisch; Wölfe des Himalaya-Gebietes zwischen Kaschmir, Ost-Nepal und Tibet, die ursprünglich dieser Unterart zugerechnet wurden, unterscheiden sich genetisch deutlich von anderen Wölfen Nordeurasiens und Nordamerikas, aber auch von Indischen Wölfen. Diese Himalaya-Wölfe könnten möglicherweise eine eigene Art C. himalayensis darstellen.

  • Timberwolf (C. l. lycaon); Südostkanada, östliche USA; größere Unterart, sehr variable Fellfarbe von weiß bis schwarz, meist jedoch braun; in Teilen Kanadas legal bejagt, gefährdet Tundrawolf (C. l. albus); nördliches Russland, Sibirien; relativ groß, typischerweise cremeweiß oder grau; legal bejagt, stabil

Eng verwandt mit dem Wolf sind der Rotwolf (Canis rufus) aus Nordamerika (der vielleicht ein Hybride aus Wolf und Kojote ist), der Kojote (Canis latrans) und der Äthiopische Wolf (Canis simensis). Eine bisher nicht erkannte Form des Wolfs oder zumindest ein enger Verwandter scheint darüber hinaus in Ägypten vorzukommen. DNA-Analysen ergaben, dass sich die ägyptische Unterart des Goldschakals (Canis aureus lupaster) genetisch stark von anderen Goldschakalen unterscheidet. Diese ägyptischen Schakale, deren Ähnlichkeit zu Indischen Wölfen (Canis lupus pallipes) bereits im 19. Jahrhundert von Zoologen bemerkt wurde, fallen genetisch in die engere Verwandtschaft der Wölfe. Sie sind auch deutlich größer und langbeiniger als typische Goldschakale. Dabei bildet der ägyptische Canide, wie der Indische Wolf und der Himalaya-Wolf auch, offenbar einen basalen Zweig innerhalb der Wölfe. Neben den ägyptischen Tieren wurden Vertreter dieser Form auch im Hochland von Äthiopien 2500 km südöstlich nachgewiesen.

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